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Die »Zeitschrift für Heereskunde« Ausgabe 448

April/Juni 2013 - Auszüge 3 -


Horstmar Bussiek:
Eine deutsche Karriere in der Fremdenlegion

Der Bericht über Leben und Karriere eines Fremdenlegionärs aus Hamburg gibt Einblicke in die Vorstellungswelt und das Leben dieser außergewöhnlichen Truppe.



Abb.:
Der Eingang zum Invalidenheim der Fremdenlegion in Puyloubier ist tagsüber geöffnet; er wurde für dieses Foto geschlossen, um die stilisierten Granaten auf den Torflügeln zu zeigen.


Rolf Selzer:
Die Dolch-, Klapp- und Bowiemesser in den deutschen Schutzgebieten

"Wie die Mannschaften da standen, machten sie durch ihre Haltung, in ihrer kleidsamen Uniform einen guten Eindruck. Gelbbrauner Rock und gelbbraune Hose aus samtartigem gerippten Manchester-Cord, grauer altbrandenburgischer Filzhut mit aufgeschlagener Krempe, an der rechten Seite die deutsche Kokarde, langschäftige naturfarbene Stiefel, naturfarbigem Leibriemen und Patronentasche, das waren die Stücke aus denen die Uniform bestand. Später sah ich den schweren, grauen Mantel mit Lamafutter, die wollene Decke, den Brotbeutelund die Feldflasche. Die Bewaffnung, Mauserkarabiner, Revolver und Bowiemesser, war noch verpackt, ebenso die Reitausrüstung, eine leichte Kandare ohne Trense, eine leichte Bockpritsche, Marschhalfter und Filzschabracke.

Die Bekleidung, die nach den Angaben des Missionsdirektors Büttner im Offizierverein hergestellt worden war, hat sich sehr gut bewährt. Überflüssig waren nur Marschhalfter und Sporen. Die Stiefel waren zu schwer.

Weniger praktisch war die Bewaffnung. Die Mauserkarabiner und Revolver paßten nicht in ein Land, wo vorwiegend weittragende Hinterladungs-Gewehre im Gebrauch sind und wurden bald auf Kammer abgegeben, zunächst durch Mausergewehre Modell 71/84 ersetzt, die ich aus Togo mitgebracht hatte, und 1890 gegen das Gewehr Modell 88 vertauscht. Die Bowiemesser waren ganz überflüssig; an ihre Stelle trat das kurze Infanterie-Seitengewehr (Anm. Seitengewehr M.71/84).

[Curt von François: Deutsch-Südwest-Afrika. Berlin 1899]

Abb.:
Uniformentwurf der Schutztruppenuniform mit eigenhändigen Bemerkungen Kaiser Wilhelms II. Figur Nr. 1 mit dem Säbel von 1849 und Figur Nr. 2 mit dem Klappmesser.
[Joseph Kürschner: Kaiser Wilhelm II. als Soldat und Seemann, Berlin, 1902]

Ulrich Schiers:
Ein seltenes Foto mit Geschichte – Die "Kürassier-Tropenuniform"


Abb.:
Photographische Aufnahme von Clifton & Co in Bombay.
In der Bildmitte sehen wir den Kronprinz beim Empfang durch den englischen Gouverneur, hinten links grüßend, den Generalleutnant Alfred Graf zu Dohna-Schlobitten. Vorn rechts helfen ein Matrose und ein Offizier S.M.S. "Gneisenau" dem restlichen Gefolge von der Dampfpinasse an Land. Der Kronprinz war seit 1905 zwar Hauptmann im 1. Garde-Regiment zu Fuß und zu Dienstleistungen beim Regiment Garde du Corps kommandiert, legte aber häufig die Uniform des Kürassier-Regiment Königin (Pommersches) Nr. 2 in Pasewalk an, dem er gleichzeitig als Rittmeister à la suite gestellt war. Wohl daher trugen alle Begleiter mit militärischem Rang die Kürassier-Uniform mit den entsprechenden Dienstgradabzeichen. Am Tropenhelm den üblichen Linien-Adler, Graf zu Dohna-Schlobitten, welcher Kommandeur der Garde-Kavallerie-Division und Generaladjutant W.II. war, trug am Tropenhelm den Gardeadler. Karl Georg von Treutler trug sicherlich seine "hässliche" Tropenuniform der Gesandten mit dem stehenden Reichsadler am Tropenhelm.