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Die »Zeitschrift für Heereskunde« Ausgabe 475

Januar/März 2020 - Inhalt -


AUS DER REDAKTION

In diesem Jahrzehnt kann unsere Gesellschaft auf ihr 125-jähriges Bestehen und unsere Zeitschrift auf 100 Jahre zurückblicken. Diese beiden Jubiläen sind kein Anlass sentimental in der vermeintlich besseren Vergangenheit zu schwelgen, sondern sie sollten Ansporn sein, unsere Gesellschaft und ihr Publikationsorgan weiterhin attraktiv zu gestalten. Und dennoch sind Blicke zurück interessant. Der Beitrag über Martin Lezius, in den 1920er und 1930er Jahren aktiv in unserer Gesellschaft tätig, zeigt, dass auch damals ein geschätzter Fachmann und produktiver Autor heereskundlicher Literatur kaum allein von Buchhonoraren leben konnte.

Im Mai wird sich unsere Gesellschaft zur Jahreshauptversammlung in Bad Wildungen treffen und den interessanten Militariabestand der Museumslandschaft Hessen Kassel besichtigen. Als Einstimmung findet sich in diesem Heft ein kurzer Blick auf eine Episode der Militärgeschichte des Kurfürstentums Hessen-Kassel. Da auch ein Besuch in der Fürstlich Waldeckschen Waffensammlung in Bad Arolsen geplant ist, wird außerdem das Militär des Fürstentums Waldeck zur Zeit des Deutschen Bundes behandelt.

Bereits mehrfach wurde in unserer Zeitschrift über Darstellungsgruppen geschrieben. Dieses Thema soll wieder aufgegriffen werden. Schließlich halten solche Gruppen die „große“ Geschichte mit ihren kleinen Geschichten lebendig und vermitteln Wissen in einer Art und Weise, wie es ein Museum – sei es noch so gut gestaltet – kaum leisten kann.

Die internationale Vernetzung unserer Gesellschaft in diesem Jahrzehnt verdeutlicht zum einen das Gruß- wort des stellvertretenden Chefredakteurs der russi schen Zeitschrift „Altes Zeughaus“. Und zum ande ren soll 2022 die Jahreshauptversammlung in Zusammenarbeit mit der österreichischen Gesellschaft für Heereskunde stattfinden.

Eine abwechslungsreiche und interessante Lektüre wünschen Ihnen

Werner Trolp und Ulrich Herr


Historische Darstellungsgruppen

André Hanselmann, Freiburg i. Br. und Dr. Oliver Heyn, Auengrund:
Die spanische Rekrutenwerbung des Herzogs Ernst Friedrich III. von Sachsen-Hildburghausen (1768 – 1770)
Historischer Hintergrund und museale Rekonstruktion im Rahmen der „Living History“

Abb.: Der Rosengartener Amtmann verlangt die Einstellung der Rekrutenwerbung, während der Obristlieutenant von Maneken auf eine ihm erteilte Genehmigung beharrt. V.l.n.r.: Maneken, Haller Grabenreiter und Amtmann. [Foto: Denise Fiedler/Haller Tageblatt].

Nach 250 Jahren wurde die Geschichte der hildburghäusischen Werbungen für die spanische Krone am 24. August 2019 erneut zum Leben erweckt. Das Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen, nahe Schwäbisch Hall gelegen, war der Schauplatz einer dreitägigen „Living History“-Veranstaltung, die unter dem Motto „Anno Domini 1769 – Von Hall in die Fremde“ stand.

Hier organisiert der Verein „Cercle d’Histoire Vivante Luxembourg“ in Zusammenarbeit mit dem Freilandmuseum bereits seit 2010 gut besuchte Veranstaltungen, die sich verschiedenen Epochen und Themen widmen. Die Organisatoren haben es sich zur Aufgabe gemacht, Geschichte im Rahmen von Museumsbelebungen in und außerhalb Deutschlands auf hohem Niveau erlebbar zu machen; dass dies durchaus gelingt, bewies zuletzt die Veranstaltung „Anno Domini 1769“, die insgesamt etwa 2.000 Besucher anzog.

André Hanselmann ist einer der kreativen Köpfe des „Cercle d’Histoire Vivante Luxembourg“ und erläutert in einem persönlichen Bericht die Hintergründe zur Wiederbelebung des hildburghäusischen Werbers...


Militärgeschichte

Ein Schreiben des letzten Kurfürsten von Hessen-Kassel aus dem Exil 1868

Abb.: Ausschnitt des Schreibens, die Adresszeile wurde weggelassen.
[Sammlung H]

Auch wenn das vorliegende Schreiben als reiner Höflichkeitsbeweis zu deuten ist, so illustriert es doch ein Kapitel deutscher Geschichte und die Widersprüchlichkeit menschlichen Handelns. Unterschrieben hat es der letzte Kurfürst von Hessen-Kassel und ist datiert auf Prag, den 10. Januar 1868.

Da Kurfürst Friedrich Wilhelm (1802 – 1875) im Krieg von 1866 auf der Seite der Gegner Preußens stand, wurde er bei der preußischen Besetzung Kassels gefangen genommen. Als Folge des Krieges annektierte Preußen das Kurfürstentum. Friedrich Wilhelm lebte deshalb bis zu seinem Tod auf seinen böhmischen Gütern und in Prag...


Ulrich Herr, Dresden:
Das Füsilier-Bataillon Waldeck in den 1860er Jahren

Die Literatur zur Militärgeschichte des Fürstentums Waldeck-Pyrmont ist ebenso übersichtlich wie Überlieferungen zu dessen Uniformierungsgeschichte lückenhaft sind. Auch dieser Beitrag kann keine auf Archivstudien beruhende Forschung ersetzen, versucht jedoch einen Blick auf die letzten Jahre des bis 1867 bestehenden Füsilier-Bataillons Waldeck zu werfen.

Das Fürstentum Waldeck mit der Residenz stadt Arolsen grenzte im Norden und Westen an das Königreich Preußen, im Osten und Süden ragte es weit in das Kurfürstentum Hessen-Kassel hinein. Hinzu kam noch das winzige Fürstentum Pyrmont, welches etwa 90 Kilometer nördlich vom Waldecker Landesteil entfernt lag. Waldeck-Pyrmont zählte mit seinen etwa 58.000 Einwohnern (1846) zu den kleinsten Staaten des Deutschen Bundes und stellte zu dessen Heer ein Bataillon. Dieses gehörte seit 1830 zur Reserve-Division und sollte im Kriegsfall die Besatzung einer Bundesfestung verstärken. Bei der Mobilmachung 1859 setzte sich das Bataillon aus 14 Offizieren, 51 Unteroffizieren, 14 Spielleuten und 522 Füsilieren zusammen. Hinzu kam eine Ersatzkompanie, für die keine Zahlen vorliegen. Im Frieden war jedoch ein Großteil der Mannschaften beurlaubt, da von der sechsjährigen Gesamtdienstzeit nur zwei Jahre aktiv abzuleisten waren. Die restlichen vier Jahre zählten die Soldaten zur Reserve und wurden nur im September einberufen. Die schwierige soziale Situation der Bevölkerung verdeutlicht der Umstand, dass die meisten beurlaubten Mannschaften im Sommer in der preußischen Provinz Westfalen und in den Niederlanden arbeiteten.

Abb.: Das Offizierkorps des Füsilier-Bataillons Waldeck, aufgenommen am 5. April 1862 vom Fotograf W. Löwenstein aus Korbach. Stehend von links nach rechts: die Leutnante C. Herrmann, G. Hildewig, Hauptmann Carl Waldschmidt, die Oberleutnante Ludwig Waldschmidt und Schaake, Hauptmann Goette, Bataillonsadjutant Leutnant Barkow, Hauptmann Wienand und Leutnant G. Nagel. Vorn sitzen ebenfalls von links nach rechts: Hauptmann Schmid, Hauptmann Mansard und der Batail lonskommandeur Major v. Diringshofen. Deutlich erkennbar ist das an einer Wand eingerichtete improvisierte Fotoatelier. Um ein Verwackeln der Aufnahme aufgrund der längeren Belichtungszeiten zu vermeiden, haben einige Offiziere eine Hand auf die Schulter ihres Nachbarn gelegt.
[Foto: Quellenmuseum Bad Wildungen]

Die im Auftrag des Deutschen Bundes durchgeführten Inspektionen des Bataillons ergaben das typische Bild für die damaligen Kleinstaaten: Gerügt wurden u.a. die ungenügende Bewaffnung bzw. deren Zustand, eine fehlende Kaserne und die auf drei Garnisonen verteilten Kompanien: 1. Kompanie Arolsen, 2. und 3. Kompanie Mengeringhausen, 4. Kompanie Helsen. Der Ausbildungsstand wurde diplomatisch als „im allgemeinen günstig“ (1853) oder „knapp befriedigend“ (1863) eingeschätzt.

Als Kleinstaat und aufgrund der schwierigen Beziehungen zu Hessen-Kassel suchte Waldeck politischen Anschluss an Preußen und dessen militärische Unterstützung. Nach Auffassung des waldeckschen Staatsministerium hatte Preußen „dem Fürstentum bei jeder Gelegenheit ’wohlwollende Berücksichtigung’ zuteil werden lassen.“ Dies fand Ausdruck in der 1844 erfolgten Kommandierung von zwei waldeckschen Offizieren in ein preußisches Regiment und der zeitweisen Überlassung von drei preußischen Offizieren zur besseren Ausbildung des Bataillons, von denen einer, Premierleutnant v. Diringshofen, nach seinem Abschied aus der preußischen Armee in waldecksche Dienste eintrat und zügig befördert wurde. Die dadurch übergangenen Offiziere protestierten daraufhin bei der damalige Fürstin-Regentin Emma (1802 – 1858)...


Uniformkunde

Andreas Bauer, Essen:
Seltene und bisher unbekannte Abzeichen der Telegraphentruppe im Ersten Weltkrieg

Ich möchte noch einmal ein Thema aufgreifen, welches vor Jahren in unserer Zeitschrift schon bearbeitet wurde. Und zwar geht es mir darum, unbekannte, bisher noch nicht identifizierte Abzeichen und seltene Uniformfotos der Alten Armee der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und eventuell durch Mithilfe der Leser das eine oder andere Abzeichen zu klären. In diesem Beitrag soll – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – mit der Telegraphentruppe begonnen werden...

Abb.:
Unteroffizier der Fernsprech-Abteilung H.
Über diese Formation ist nicht viel bekannt: Aufgestellt am 6. Mai 1915, aufgelöst am 28. August 1917, im September 1916 bei der 10. Armee (im Osten) und unterstellt dem Pionier-Regiment Nr. 36, einem sogenannten Gasregiment.
[Foto: Sammlung Bauer]


Biografien

Uwe Poblenz, Schwerin:
Dr. Martin Lezius – Soldat, Militärschriftsteller und Schriftleiter der Heereskunde
Ein Beitrag zur 120-jährigen Geschichte unserer Gesellschaft

Abb.: Ab 1932 erschienen die von Martin Lezius mit Begleittexten versehenen Sammelbilderalben „Deutsche Uniformen“, hier das zweite Album von 1932.
[Sammlung H]

Wenn man das Glück hat, jung an Jahren schon pensioniert zu werden, muss man sich nach Hobbys umsehen, um seinen ehemals geregelten Tagesablauf als Soldat nun ein wenig selbst zu planen, und einen groben Wochendienstplan aufstellen. Im Vorfeld der Pensionierung wurde ich in einem Gespräch auf den Friedhofsverein, der sich um die Erhaltung des Alten Friedhofes in Schwerin kümmert, aufmerksam gemacht. Da der Alte Friedhof für Heereskundler und Geschichtsbegeisterte sehr interessant ist, bin ich dem Verein beigetreten und kümmere mich um die auf dem Friedhof begrabenen Militärs. In diesem Zusammenhang bin ich gebeten worden, doch mal festzustellen, ob und wenn ja, wo das ehemalige Mitglied der Gesellschaft für Heereskunde Dr. Martin Lezius auf dem Friedhof begraben wurde. Um es vorweg zu nehmen, Lezius ist tatsächlich im Gräberfeld Db Grabstelle 18 beigesetzt und dann 1952 in die Grabstelle Db 341 (Urnengrab) umgebettet worden. Hier wurde dann auch seine Ehefrau 1959 beerdigt. Leider (für uns von der Gesellschaft) ist die Grabstelle um 2013 herum neu vergeben worden. Wenn man sich mit der Person so intensiv beschäftigt hat, kommt einiges an Material zusammen und man stellt natürlich auch die eine oder andere Lücke fest, die man dann versucht zu schließen. Und nun denke ich, ist es an der Zeit, das Material zu veröffentlichen und dabei nicht nur die Person Lezius zu würdigen, sondern auch einen Beitrag zur 120-jährigen Geschichte unserer Gesellschaft, zumindest einen kleinen Abschnitt daraus, darzustellen....


Blankwaffen

Frank-D. Rex, Wertheim:
Ein Kürassieroffizier-Degen r/F des Grafen von Bylandt Baron zu Rheydt

Abb.: Detailaufnahme des Gefäßes

Man vermutet zuerst einen Irrtum des Zeichners, wenn man im Katalog der Firma Eickhorn auf die Nr. 981 stößt „Kürassier-Offizier-Säbel, russisches Modell“. Die serienmäßig mit Ranken und Trophäen verzierte, doppelt hohlgeschliffene Klinge geht ja noch an, und auch die Stahlscheide mit ihren beiden an Bändern beweglichen Trageringen und dem symmetrischen Schlepper ist in Ordnung, aber das Gefäß scheint irgendwie gelitten zu haben. Der gesickte Griffbügel mündet in einen unproportionierten, schief aufgesetzten Knauf, wodurch der Degen unwillkürlich an jene eigenschöpferischen Blankwaffenkompositionen erinnert, welche rührige Geschäftemacher „nach Durchsicht der Bestände“ und in weiser Kenntnis ihres Publikums glauben anbieten zu dürfen. Doch beim gewagt aussehenden Korb des Offizierdegens M 1819 geht es mit rechten Dingen zu, und das gute Stück sieht eben schon von zuhause her bereits so zwielichtig aus. So beschreibt der Altmeister der Blankwaffenkunde Gerd Maier den Degen r/F, den die Offiziere des Garde-Kürassier-Regiments sowie der Kürassier-Regimenter Nr. 4, 5, 6 und 8 ab den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts führten.

Ein solches Stück, das auf Grund seiner Maße (Gesamtlänge 975 mm, Klingenlänge 835 mm, Klingenbreite 18,3 mm) eher Standesabzeichen denn Waffe ist, wird hier vorgestellt. Der Degen scheint sich auf den ersten Blick nicht von anderen seiner Art zu unterscheiden. Das Besondere an ihm sind zwei interessante Details, die die Waffe als den Degen des Wilhelm Carl Adrian Graf von Bylandt Baron zu Rheydt (5. Mai 1859 – 19. September 1930) kennzeichnen und die vermuten lassen, dass er ihn seit 1879, dem Jahr seiner Ernennung zum Portépée-Fähnrich, führte.

In diese zierliche, hochwertige Waffe ist eine schmale Damastklinge eingezogen, die an der terzseitigen Klingenstärke, in vergoldeter Hochätzung auf gebläutem Grund einen Reichsadler in einer von Ornamenten eingefassten Kartusche zeigt. Die Quartseite ist wie ihre Gegenseite verziert, an Stelle der Kartusche ist in einem Bandeau EISENHAUER DAMASTSTAHL geätzt und EWALD CLEFF SOLINGEN eingeschlagen. Dieser Herstellername findet sich auch auf dem Klingenrücken. Die Griffkappe des Degens schließt mit einer als Petschaft ausgebildeten Knaufplatte in Form eines Wappens ab. Mit zuvorkommender Hilfe des 2016 geschlossenen Forums „Heraldik und Kunst“ wurde dieses Wappen als das des niederrheinischen Geschlechts derer von Bylandt bestimmt...


Rolf Selzer, Herborn:
Das Seitengewehr der Füsiliere des Füsilier-Bataillons Lippe von 1849 bis 1867

Abb.:
Exemplar mit Säbeltroddel für Unteroffiziere im Lippischen Landesmuseum Detmold.

Eine informative Quelle zur Geschichte und Uniformierung des lippischen Bataillons ist Richard Knötel, welcher sich in seinen Publikationen mit dem Thema auseinandersetzte. Die Grundlage bildeten die Forschungsergebnisse des Majors v. Dewall, Flügeladjutant des Fürsten zur Lippe. Zudem wurde die Bekleidung und Ausrüstung des Füsilier-Bataillons Lippe in unserer Zeitschrift behandelt. Die nachfolgende auszugsweise chronologische Auflistung zum Füsilier-Bataillon Lippe entstammt aus der Feder v. Dewalls:

„Für den Feldzug 1849 gegen Dänemark wurde unter teilweiser Verwendung des 1. Bataillons ein II. Bataillon in Stärke von 800 Köpfen formiert, welches unter Führung des Prinzen Woldemar zur Lippe, nachmaligem Fürsten zur Lippe, stand und zur 2. Brigade der Reserve-Division der Deutschen Bundestruppen in Schleswig-Holstein gehörte. Der Ausmarsch des Bataillons erfolgte am 25. April 1849. Drei Monate lang lag das Bataillon vor den Düppeler Schanzen und kehrte am 12. August 1849 nach Detmold zurück. Am Feldzuge 1866 beteiligte sich das Füsilier-Bataillon Lippe unter Zugehörigkeit zur Königlich Preußischen 26. Infanteriebrigade an den Gefechten bei Kissingen, wo es seinen Bataillons-Kommandeur Major Rohdewald verlor, bei Laufach, Aschaffenburg, Tauberbischofsheim und Gerchsheim.

Nach der mit Preussen abgeschlossenen Militär-Konvention vom 26. Juni 1867 wurde das Füsilier-Bataillon Lippe aufgelöst und die noch Wehrpflichtigen in das damalige Füsilier- (jetzige III.) Bataillon Infanterie-Regiment No. 55 aufgenommen; es waren dies 254 Mann.“

Die 1849 neu gefertigten Infanterie-Säbel nach Vorbild des französischen Briquet (Infanterie-Säbel Mle an IX et XI) wurden im gleichen Jahr als neues Seitengewehr an das Füsilier-Bataillon ausgegeben. Die Meldung vom Mai 1849 lautet:

„[…] sind bei den Waffenfabricanten Schnitzler und Kirschbaum in Solingen 650 Infanterie-Säbel […] bestellt und bereits vor 8 Tagen abgeliefert worden.“

Auf einer Abbildung trägt der „Füsilier feldmarschmäßig 1849“ dieses Modell. Von diesem Modell sind keine Originale überliefert, denn zehn Jahre später (1859) er folgt die Aptierung der Säbel zu einem Seitengewehr ähnlich dem preußischen U/M.

„Bei den 1849 beschafften Säbeln der Unteroffiziere und Mannschaften wurde der Bügel beseitigt, außerdem durch Abschleifen der Spitze verkürzt.“...


Jens Wiesberger, Magdeburg:
Versuchs-Seitengewehre und die frühen Serien-Seitengewehre
zum Infanterie-Gewehr M./71

(Teil 3)

Abb.: Gesamtansicht Terzseite.
[Foto: Sammlung Constantin Schumacher]

Nachdem in den Ausgaben Nr. 473 (Juli/September 2019) und Nr. 474 (Oktober/Dezember 2019) die 1. Gruppe mit den Versuchs-Seitengewehren betrachtet wurde, befasst sich der abschließende Teil mit der frühen Serienfertigung.

Gruppe 2 – Die frühe Serienfertigung

Die Griffkopfform dieser Exemplare hat schon die Form der später gefertigten Infanterie-Seitengewehre M./71. Der Griff weist die bekannten 17 Schrägrillen auf, auf dem Griffrücken ist ein Abnahmestempel – kleiner Revisorstempel mit Krone. Als Hersteller sind bis jetzt die Firmen GEBR. WEYERSBERG SOLINGEN, GEBR. SIMSON SUHL, COULAUX & C KLINGENTHAL, ALEX. COPPEL SOLINGEN und P.D. LÜNESCHLOSS SOLINGEN bekannt. Die verschiedenen Herstellerstempel auf den Infanterie-Seitengewehren M./71 belegen hier die frühe Serienfertigung. Außerdem haben diese Seitengewehre unterschiedlich aussehende große Abnahmestempel W mit Krone, unterschiedliche Zahlenstempel für die Jahreszahl 72 und unterschiedliche mittlere Stempel des Revisors mit Krone. Im Folgenden sollen einige Exemplare der frühen Serienfertigung vorgestellt werden.

1. Exemplar (Abbildung)

GEBR. WEYERSBERG SOLINGEN, W mit Krone 72, Griffrücken kleiner Revisorstempel mit Krone, Truppenstempel 158.R.R.417. (Rekrutendepot Infanterie-Regiment Nr. 158, Waffe Nr. 417)

Stiftungstag: 31. März 1897, Standort: Paderborn; ab 27. Januar 1902 7. Lothringisches Infanterie-Regiment Nr. 158.

Versorgt ist dieses Stück mit einer Ersatzstahlblechscheide aus dem Ersten Weltkrieg.

Abmessungen dieses Exemplars:
Gesamtlänge mit Scheide 625 mm
Gesamtlänge ohne Scheide 595 mm
Klingenlänge 465 mm
Klingenbreite 28 mm
Innendurchmesser Parierstangenring 17,4 mm...


Heeresmuseale Mitteilungen

Bernd A. Windsheimer, Ortenburg:
Sonderausstellung auf der Plassenburg: Die schwarzen Totenkopf-Husaren


Dr. Rolf Wirtgen, Neuwied:
Verleihung des Förderpreises für Militärgeschichte und -technikgeschichte 2019


Grußwort des stv. Chefredakteurs der russischen militärhistorischen Zeitschrift „Altes Zeughaus“




Außerdem dürfen Sie in Ausgabe 475 erwarten:

  • - Informationen aus der Gesellschaft und den Arbeitskreisen
  • - Buchbesprechungen / Rezensionen

Weitere Textauszüge und Fotos in Kürze....

 

 




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