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Die »Zeitschrift für Heereskunde« Ausgabe 470

Oktober/Dezember 2018 - Auszüge 1 -


AUS DER REDAKTION

Die zahlreichen Aufrufe des Gesamtinhaltsverzeichnisses der Zeitschrift für Heereskunde
1929 – 2017 auf der Homepage unserer Gesellschaft zeigen das große Interesse an dieser Übersicht der veröffentlichten Aufsätze. Deshalb werden wir diese Datei jährlich aktualisieren. Unabhängig davon erscheinen auch künftig die gelben 2-Jahresübersichten.

Die Volltextsuche in der PDF-Datei erfasst die Titel und nur die eingegebenen Schlagwörter. Damit können viele Informationen (für die Suchenden oft „Schätze“) gefunden werden. Die Namen der von Kaiser Wilhelm I. im Krieg 1870/71 gerittenen Rösser wird man aber nicht unbedingt finden. Sie werden im Aufsatz 1929, Seite 10 unter dem Titel „Bataillepferde preußischer Heerführer“ genannt. Deshalb freuen wir uns gerade bei den Schlagwörtern über Ergänzungs- und Berichtigungsvorschläge. Wir wollen den Zugang zu möglichst vielen Informationen erleichtern.

Vor der Zeitschrift für Heereskunde war die Zeitschrift „Überall“ das Organ unserer Gesellschaft, vgl. hierzu den Aufsatz in Heft Nr. 462, S. 188. Herr Claus Stefanski, der unseren Lesern durch zahlreiche Aufsätze bekannt ist, hat uns angeboten, eine Datei mit den Aufsätzen in „Überall“ zu erstellen. Wir haben dieses Angebot dankbar angenommen. Bis auf den Inhalt einer Ausgabe ist diese Arbeit nun abgeschlossen. Hoffentlich hat die Suchanzeige auf Seite 219 bald Erfolg. Die PDF-Datei für die Zeitschrift „Überall“ soll dann ebenfalls auf der Homepage unserer Gesellschaft zugänglich sein.

Wir planen zur Ergänzung dieser Findmittel eine weitere Datei für die von 1966 – 1988 erschienene „Einführung in die Heereskunde“, einer Beilage zur Zeitschrift für Heereskunde mit 81 Folgen. Wünschenswert wäre auch eine Erfassung der heereskundlichen Darstellungen in den „Vierteljahresheften für Truppenführung“.

Nach diesem Ausblick wünschen wir unsern Lesern ein wirklich gutes 2019 und freuen uns auf die Einsendung von Aufsätzen und Anregungen.

Ulrich Herr und Werner Trolp



Abb.: Flugkapitän Hanna Reitsch, hier mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse. Einzige Frau, der während des Zweiten Weltkriegs darüber hinaus auch das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen wurde.
Zeitgenössische Fotopostkarte.
[Archiv des Hubschraubermuseums Bückeburg]

Luftfahrt

Horstmar Bussiek, Minden:
"Testpiloten" - Flugerprobung einst und jetzt
(Teil 1)

Absicht des Verfassers ist es, in dieser Abhandlung die Flugerprobung von Fluggeräten in staatlichen oder halbstaatlichen Dienststellen, in beauftragten Organisationen und in der Industrie – unter besonderer Berücksichtigung der Militärfliegerei, ohne die zivile Luftfahrt, mit der alles begann, ganz außen vor zu lassen – zu betrachten.

Untersucht wird der Zeitraum vom Deutschen Reich des Jahres 1884 nach Aufstellung der Luftschiffer-Abteilung der preußischen Armee auf dem Schießplatz Tegel bis zum Deutschland von heute. Flugerprobung und Versuchsfliegerei werden im Weiteren in einem geschichtlichen Rückblick und Zusammenhang betrachtet, wobei die Jetztzeit zum Einstieg in das Thema vorangestellt wird. Behandelt werden vorrangig sowohl Gliederung und Organisation als auch die Verfahren verschiedener deutscher Erprobungsstellen in Gegenwart und Vergangenheit.

Ein zentrales Element der Flugerprobung war und ist die Versuchsfliegerei. So, wie in dieser Arbeit beispielhaft Personen Erwähnung finden, die sich um die Entwicklung der Luftfahrt in Deutschland verdient gemacht haben, so werden auch aus dem Kreis der deutschen Versuchspiloten in Uniform oder Zivil – stellvertretend für die Gesamtheit – einige genannt werden, ohne die anderen, von denen viele ihr Leben in Erfüllung ihrer Pflicht gegeben haben, zurückzusetzen.


Militärische Bildungsanstalten

Dieter Radtke, Hildesheim:
Kadettenanstalt Köslin

Abb: Gruß aus Köslin, Königl. Kadettenhaus, Zeitgenössische Postkarte,
Kunstverlag Brück und Sohn, Meißen

Die Kadettenvoranstalt Köslin in Pommern bestand von 1890 bis 1920. Durch Kriegseinwirkung im Zweiten Weltkrieg sind die meisten Unterlagen zur Anstalt verloren gegangen. Einiges lässt sich aber dennoch berichten...


1. Weltkrieg

Ulrich Schiers, Klein Gladebrügge:
Das Königlich Preußische Jäger-Bataillon Nr. 27

Die deutschen Erfolge an der Ostfront, verbunden mit der Zertrümmerung der „russischen Dampfwalze“ im ersten Kriegsjahr, beflügelten vor allem finnische Studenten, welche hofften, dass sich nun auch reale Möglich keiten für die Freiheit ihres Landes ergeben könnten. In Finnland, Schweden und Dänemark gab es keine Möglichkeiten junge Männer für eine Volksarmee auszubilden, daher wandten sich die Jugendlichen an das mit Russland verfeindete Deutschland. Bald darauf fanden sie volle Zustimmung und Unterstützung bei den auslandsfinnischen Gruppen in Berlin und Stockholm. Der an der Spitze des Berliner Kreises stehende finnische Rechtsanwalt Fritz Wetterhoff und der finnische Aktivist Dr. Hermann Gummerus in Stockholm richteten ein Gesuch an das preußische Kriegsministerium, finnische Freiwillige in Deutschland militärisch auszubilden. Der Chef des Marinekabinetts des Kaisers, Admiral v. Müller, notierte am 24. August 1915 in sein Tagebuch:

„Der finnische Revolutionär Wetterhoff, der bei Falkenhayn war dank meiner Vermittlung, hielt mir Vortrag über seine Pläne; ein vernünftiger und entschlossener Mann.“

Am 26.1.1915 genehmigte das Kriegsministerium das finnische Gesuch; daraufhin trafen am 25. Februar die ersten 189 Finnen im nördlich von Hamburg gelegenen Lockstedter Lager ein. Die Mehrheit der Freiwilligen hatte das Abitur, 34 davon waren Hochschulabsolventen...

Abb.: Gruppenführer Verner Gustavson und Pfadfinder Kosti Sundberg bei Übungen im Lager Lockstedt

Schusswaffen

Walter Meier, Ahnsen:
Ein Stück belgischer Geschichte in Schaumburg-Lippe

Abb.:
Ansicht rechte Seite.

Abb.:
Ansicht linke Seite.

Nach der 1830 erfolgten Umstrukturierung der Militärorganisation des Deutschen Bundes, gehörten die Truppen der 17 Kleinstaaten zur sogenannten Reserve-Division.

Die Truppen der Fürstentümer Waldeck, Lippe und Schaumburg-Lippe sollten dabei im Krisenfall die Besatzung der Bundesfestung Luxemburg stellen. Dieser Krisenfall trat bereits 1831 in Zusammenhang mit der Bildung des Staates Belgien ein. Vom Juli bis zum November des Jahres besetzten die Kontingente der drei Fürstentümer die Festung. Sie wurden vom Festungskommandanten, dem Preußischen Generalmajor Dumoulin kritisch begutachtet. Dabei wurden beträchtliche Mängel in der Ausbildung und der Ausrüstung festgestellt. Davon waren allerdings hauptsächlich die Kontingente von Waldeck und Lippe betroffen (bei denen kam es sogar zu Disziplinproblemen). Beim Schaumburg-Lippischen Kontingent, welches aus zwei Kompanien bestand, wurde neben kleineren Mängeln, die vor Ort abgestellt werden konnten, eigentlich hauptsächlich bemängelt, dass die 2. Kompanie mit „Österreichischen Gewehren“ ausgerüstet sei. Die 1. Kompanie hatte französische Gewehre (M 1777 An IX), diese waren genehm. Diese Kritik wurde natürlich umgehend an Fürst Georg Wilhelm zu Schaumburg-Lippe gemeldet. Dieser war darüber sehr aufgebracht, denn, so wörtlich „ich besitze gar keine Österreichischen Gewehre“.

Diese Querelen waren übrigens der Auslöser, dass man sich schaumburg-lippischerseits etwas von den Kontingenten der anderen beiden Fürstentümer abgrenzen wollte, was dann letztlich 1843 zur Umwandlung der gesamten Schaumburg-Lippischen Truppe zu Jägern führte. Aber woher kamen diese beiden Aussagen: „Österreichische Gewehre“ des Preußischen Generals und die kategorische Verneinung dieser Aussage auf Seiten Schaumburg-Lippe?

Im Inventarverzeichnis der Armaturen vom Januar 1818 sind unter anderem vermerkt: 128 Stück Holländische Gewehre mit eisernen Bändern und 167 Stück dito mit gelben Bändern. Und tatsächlich war die 2. Kompanie 1831 mit diesen „Holländischen“ Gewehren nach Luxemburg geschickt worden. Aber was waren das für Gewehre, die aus Holland stammten und wie Österreichische aussahen? In den auf der Festung Wilhelmstein (im Steinhuder Meer gelegen) verwahrten Waffen des ehemaligen Fürstentums Schaumburg-Lippe befand sich ein Gewehr, dass Licht ins Dunkel bringen kann...


Frank Buchholz, Essen:
Denkstein für Georg Luger enthüllt

Der Gedenkstein liegt in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Grabstelle Lugers in Schöneiche und zeigt den Kniegelenkverschluss der Parabellum Pistole, die wesentliche konstruktive Leistung Lugers, ausgeführt in schwarzem Granit. Auf der davor liegenden Tafel wird Luger mit den Worten: „Ein weltberühmter Designer des beginnenden industriellen Zeitalters“ gedacht.

Der Gedenkstein wurde in einer würdigen Zeremonie am 29. September 2018 durch Prof. Dr. Peter Luger, Enkel Georg Lugers und ehemaliger Leiter des Instituts für Chemie und Biochemie – Anorganische Chemie an der Freien Universität Berlin, enthüllt. Anwesend hierbei waren neben weiteren Angehörigen der Familie Luger und einer Anzahl interessierter Heereskundler und Waffensammler auch Dr. Geoffrey Sturgess, der Verfasser des dreibändigen Standardwerkes „The Borchardt & Luger Automatic Pistols – A Technical History for Collectors from C93 to P.08“ und Stephen A. Petroni, der Vorsitzende der FESAC (Foundation for European Societies of Arms Collectors). Die Deutsche Gesellschaft für Heereskunde, die sich an der Finanzierung des Gedenksteines beteiligt hat, war vertreten durch Christian Bogdan, Thomas Brüggen, Dr. Frank Buchholz, Dr. Michael Hinneburg, Wolf-Dietrich Roth, Manfred P. Schulze und Friedrich Windeck.

Abb.: Der Gedenkstein in Form eines Kniegelenkverschlusses und die Gedenktafel für
Georg Luger.

Abb.: Offiziersdegen mit Herzberg Signierung auf der Klinge, terzseitige Gefäßansicht.

Blankwaffen

Gerhard Große Löscher, Göttingen:
Drei kurhannoversche Offiziersdegenmodelle vom Ende des 18. Jahrhunderts

 

Die Beiträge über hannoversche Blankwaffen in der Zeitschrift für Heereskunde sollen hier um eine weitere Folge vermehrt werden. Mit weiteren geplanten Aufsätzen bietet die Zeitschrift für Heereskunde neues oder ergänzendes Material zu der vor 40 Jahren erschienenen (nicht vollständigen) Bestandsübersicht des Bomann-Museums Celle.

Es gibt Konstellationen, die als bemerkenswert bezeichnet werden können. Hier handelt es sich um drei Blankwaffenmodelle – davon je ein Exemplar in einer privaten Sammlung und im Bomann-Museum Celle.

Nachrichten über kurhannoversche Blankwaffen sind in der alten gedruckten Literatur nur spärlich vorhanden und auch archivalische Quellen, die Auskunft über tatsächliches Aussehen von Blankwaffen geben, sind kaum vorhanden.

Allerdings gibt es einige detailgenaue Uniformhandschriften mit Blankwaffendarstellungen, die Rückschlüsse zu den Realobjekten erlauben; für die nach folgend vorzustellenden Degen ist dies leider nicht der Fall. Allerdings sind die ikonografischen Merkmale auf den Klingen so eindeutig, dass die kurhannoversche Zuschreibung und ihre Datierung in das ausgehende 18. Jahrhundert gesichert sind. Kurhannoversche lange Griffwaffen sind selten, die hier vorliegende Duplizität der Waffen stellt eine Besonderheit dar, die dem interessierten Publikum nicht vorenthalten werden soll...

 

 

 

 

Abb. links:
Offiziersdegen in Messingscheide, ganze Ansicht der Waffe.

Abb. rechts:
Offiziersdegen mit roter Filzeinlage im eisernen Spangengefäß, ganze Ansicht der Waffe.


Militärgeschichte

Gerd Stolz, Kiel:
Identität von Theodor Fontanes schwarzem Husaren geklärt

Während des Deutsch-Französischen Krieges reist der damals 50-jährige Theodor Fontane zu Anfang Oktober 1870 als Kriegsberichterstatter nach Nordostfrankreich. Am 5. Oktober 1870 wird er in Domrémy, wo er sich das Geburtshaus von Jeanne d‘Arc ansehen will, von französischen Franctireurs als vermeintlicher preußischer Spion gefangengenommen. Am 9. November 1870 wird Fontane auf die Atlantik-Insel Oléron verbracht. Er erhält dort seitens der französischen Behörden den Status eines „officier supérieur“ und hat somit Anspruch auf einen Burschen (Diener).

In der Dritten und Vierten Abteilung seines Buches „Kriegsgefangen – Erlebtes 1870“ beschreibt Fontane sein dortiges Zusammenleben mit „Max Rasumonsky“, von dem er sagt; „daß er ein schwarzer Husar war, besagten die die Überreste seiner Uniform“.

Vielfach ist über die Identität des „Max Rasumofsky“ gerätselt worden...


Das besondere Bild

Manfred Böckling:
Spaß mit einem Train-Pferd in der preußischen Garnison Ehrenbreitstein

Wenn Mannschaftssoldaten sich im frühen 20. Jahrhunderts fotografieren ließen, dann investierten sie ihr knappes Geld meist in ein seriöses Foto, das sich gut ins Album stecken oder in der guten Stube aufhängen ließ. Die fünf jungen preußischen Soldaten, die dieses lustig gemeinte Bild um das Jahr 1905 aufnehmen ließen, mussten aber nicht so sehr auf das Geld achten...




Außerdem dürfen Sie in Ausgabe 470 erwarten:

  • - Gesucht wird das kleine Buch:
      "Hase, Oskar, Kürassierbriefe eines Kriegsfreiwilligen, Leipzig 1895"
  • - Aufgelesen: König Ernst August von Hannover und die Anzugordnung
  • - Informationen aus der Gesellschaft und den Arbeitskreisen
  • - Protokoll der Jahreshauptversammlung 2018
      der Deutschen Gesellschaft für Heereskunde e.V.
  • - Gesucht: "Ueberall – Illustrierte Zeitschrift für Armee und Marine"
      Heft 49 des 8. Jahrganges – 1905/06
  • - Buchbesprechungen / Rezensionen




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