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Die »Zeitschrift für Heereskunde« Ausgabe 469

Juli/September 2018 - Auszüge 2 -


Biografien

Klaus-Ulrich Keubke:
Der Mecklenburg-Schweriner General der Infanterie
Alwin Albert August Carl von Bilguer

Abb.: Der Mecklenburg-Schweriner General der Infanterie von Bilguer als ehemaliger Chef des Militär-Departements im Paradewaffenrock nach 1881. [Staatliches Museum Schwerin]

Als Alwin Albert August Carl von Bilguer am 22. Mai 1812 in Rostock geboren wurde, nahm sein Vater, August Ludwig (Louis) von Bilguer (1777–1858), gerade als Titular-Stabskapitain und Kompanieführer im Mecklenburg-Schweriner Kontingent-Regiment am Feldzug des Kaisers Napoleon I. gegen Russland teil. Die Mutter war Louise geb. von Hahn aus dem Haus Charlottenthal bei Güstrow (Geburtsjahr unbekannt, 1838 gest.). Der Vater überlebte als einer von wenigen Angehörigen des Regiments die Katastrophe und setzte seinen militärischen Dienst ungebrochen fort, so dass über ihn einige Angaben sicher gerechtfertigt sind.

Dieser Louis von Bilguer war am 1. November 1777 in Rheinsberg bei Potsdam geboren worden. Seine militärische Laufbahn gestaltete sich folgendermaßen: Am 28. November 1795 trat er als Sekondeleutnant in das Leib-Grenadier-Regiment in Schwerin ein, wurde am 1. März 1803 zum Premierleutnant und am 30. März 1809 zum Titular-Stabskapitain im II. Bataillon des Kontingent-Regiments befördert. Im Russland-Feldzug führte er in diesem Bataillon die 1. Musketier-Kompanie, dessen nomineller Chef zugleich auch der Bataillonskommandeur, Major Georg Karl Gerd von Pressentin, war. Louis von Bilguer wurde bald nach seiner Rückkehr nach Mecklenburg-Schwerin am 29. März 1813 Kapitain und Chef der 4. Kompanie des Grenadier-Garde-Bataillons ernannt und als solcher im Gefechts auf der Insel Wilhelmsburg bei Hamburg (8./9. Mai 1813) schwer verwundet. Den Einsatz des Offiziers belohnte Herzog Friedrich Franz I. mit der am 23. Juli 1814 von ihm in zwei Klassen (silbern und golden) gestifteten „Militair-Verdienst-Medaille“ in Gold. Am 1. Juni 1821 wurde Louis von Bilguer Major und Kommandeur des neu errichteten Leichten Infanterie-Bataillons. Im gleichen Jahr war das von ihm erarbeitete Lehrbuch „Unterricht für die Unterofficiere und Soldaten der Großherzoglichen Infanterie-Brigade“ erschienen. Die Beförderung zum Oberstleutnant schloss sich am 7. Juni 1831 an. An der Heranbildung von Offizieren wirkte er als Präses der Militär-Examinations-Kommission mit. Seine tatsächliche aktive Laufbahn als Offizier endete am 5. April 1840 mit der Verleihung des Charakters als Oberst und dem Erhalt der Stelle als Kommandant von Güstrow.

Am 16. Juni 1849 wurde er endgültig mit der gesetzmäßigen Pension verabschiedet. Als Louis von Bilguer am 2. März 1858 in Schwerin starb, hatte sein Sohn August bereits den Rang eines Oberstleutnants erreicht.

Nun ist es an der Zeit, sich Alwin Albert August Carl von Bilguer zuzuwenden...


Wolfgang Klepzig:
Oskar Merté – Ein Historien- und Pferdemaler
(Teil 2)

Der Verfasser erhielt kurz nach der Veröffentlichung des I. Teiles der Biografie von Oskar Merté in unserer Zeitschrift Nr. 465 (Juli / September 2017), S. 133–139 weitere Hinweise und Ergänzungen aus der interessierten Leserschaft. So konnten noch Unklarheiten und Lücken geschlossen werden. Des Weiteren hatte der Verfasser das Glück, einige Quellen zu erwerben, um die Biografie des Künstlers weiter abzurunden...

Abb.: Wandgemälde in der großen Reitbahn des Springstalles der Kavallerie-Schule Hannover. Postkarte.

Denkmal

Björn Spitzlei:
Verschwundenes Gedenken in Hameln.
Die Tradition und Regimentstage des 7. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 69

Am 24. August 1921 wurde vom damaligen Chef der Heeresleitung Generaloberst Hans von Seeckt die Traditionspflege für alle Einheiten der Reichswehr verfügt. In Hameln übernahm die 9. Kompanie des 18. Infanterie-Regiments die Tradition des 1919 aufgelösten 7. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 69 aus Trier. Durch die Besetzung des Rheinlandes waren in dessen ehemaliger Garnison sämtliche Aktivitäten von Kriegervereinen verboten. Dieses zwang die im „Reichsbund ehemaliger 69er“ organisierten ehemaligen Angehörigen des Regiments dazu, in unbesetzte Gebiete auszuweichen. Nach der Übernahme der Tradition veranstalteten diese in Hameln 1924, 1925 und 1929 Regimentstage.

Schon kurz nach dem Ersten Weltkrieg bestand der Wunsch, die Gefallenen des Regiments durch ein Denkmal zu ehren. Da dies in Trier vorerst durch die unklare politische Lage nicht möglich war und der Abzug der französischen Besatzung in weiter Ferne schien, wurde die Planung immer wieder verschoben. Der erste Vorschlag für eine Alternative kam von Dr. Hans Eichelbaum (Leutnant. a. D., 6/69, Chefredakteur der Greifswalder Zeitung) im Januar 1929. Er schlug vor, dass die 69er ihren Gefallenen schon vorher einen ganz einfachen und schlichten Gedenkstein setzen sollten. Und zwar sollte er dort errichtet werden, wo die Tradition des Regiments gewahrt wird. Auf dem Kasernenhof in Hameln, dort wo die Traditionskompagnie, die 9. Kompagnie des 18. Infanterie-Regiments untergebracht war, konnte ein Stein aufgestellt werden. Dieser sollte ohne jeden Pomp und Prunk an alle Gefallenen des Regiments erinnern.

Der Bundesvorstand des Reichsbundes ehemaliger 69er befürwortete den Vorschlag und begann unverzüglich mit der Vorbereitung für einen Gedenkstein. Der Entwurf stammte von dem Hamelner Stadtbaurat, Diplom-Architekt Albert Schäfer. Der schlichte Stein, den nur wenige Embleme zierten, trug die Inschrift:

„Seinen Toten das 7. Rhein. Inf.-Rgt. 69, Trier“.

Die Ausführung übernahm der Bildhauer H. Scheder. Finanziert wurde der Stein durch freiwillige Spenden der Mitglieder des Reichsverbandes ehem. 69er. Insgesamt wurden über 700 Reichsmark gespendet. Der Gedenkstein kostete 290 Reichsmark. Weitere Kosten verursachten die Feierlichkeiten. Der Überschuss konnte später für ein Kriegerdenkmal in Trier verwendet werden. Nachdem der Entwurf, die Finanzierung und Ausführung gesichert waren, fand die Einweihung an den Regimentstagen vom 31. August bis 1. September 1929 in Hameln statt...


Sammlerinformationen

Ergänzung zum Beitrag:

„Kasseler Fundus / Kassler Fundus / Kostümfundus Kassel“
von Rolf Selzer:
in: Zeitschrift für Heereskunde Nr. 467 (Januar/März 2018)

Nach heutigem Wissensstand dürfte die Theorie von Stücken aus dem Kasseler- / Kassler-Fundus nicht mehr aufrecht zu halten sein. Bei den so bezeichneten Stücken handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die während des Zweiten Weltkrieges in Salzbergwerken nahe Bad Hersfeld ausgelagerten Bestände u.a. des Staatlichen Theaters Berlin....

 


Blankwaffen

Jens Wiesberger:
Füsilier-Seitengewehre M/60 mit einem seltenen preußischen Marineteilstempel

Abb.: Nummerngleicher Marineteilstempel ,E.C.119“ auf Seitengewehr und Scheide eines preußischen Füsilier-Seitengewehrs M/60.

Da in den letzten Jahren einige wenige preußische Füsilier-Seitengewehr M/60 und einzelne Scheiden zu diesem Modell mit dem bisher unbekannten Truppenstempel E.C. in der Sammlerwelt aufgetaucht sind, möchte ich mit meinem Deutungsversuch zur Aufklärung beitragen.

Meiner Meinung nach handelt es sich hier um einen seltenen Marineteilstempel der preußischen Marine, welchen ich wie folgt auflösen möchte:

E.C.119 = Ersatz-Compagnie, Füsilier-Seitengewehr M/60 Nr. 119.

Begründung der Deutung: 1850 wurde beim Marine-Korps (gemäß AKO vom 13. Mai 1852 umbenannt in See-Bataillon) eine Ersatz-Kompanie mit einer Stärke von 150 Mann aufgestellt. Die bisher bekannten Waffennummern liegen in diesem Bereich....


Rolf Selzer:
Kofferdegen, Koffersäbel und Prinzendegen –
Anmerkungen zu Sammlerbegriffen

Den Urheber des Begriffs „Kofferdegen“ heute noch zu lokalisieren, dürfte fast unmöglich sein. Nach Durchsicht diverser Auktionskataloge scheint eine der Quellen bei einem süddeutschen Auktionshaus in den 1980er Jahren zu liegen. Auf jeden Fall erlaubte diese Wortschöpfung nunmehr, auch sehr kurze Blankwaffen kreativ und somit verkaufsfördernd an den Mann bringen zu können.

Nein, der Träger war kein kleinwüchsiger „Stoppelhopser“, sondern natürlich ein Offizier auf Reisen! In den Jahren danach verschwand der Trend, kurze Offizierseitenwaffen als Koffervarianten auszugeben fast völlig.

Und dann tauchte der Begriff „Kofferdegen“ 2008 in einem Bilderbuch über den Infanterie-Offizier-Degen n/M wieder auf:

„Der feine Herr von Welt nahm gerne auf Reisen eine Waffe zur Selbstverteidigung mit. Warum er dazu aber einen Degen auswählte, ist unverständlich; eine Pistole oder ein Revolver wären sicher effektiver ge wesen, aber vielleicht war es eine Frage der Ehre, sich einem Räuber mit der blanken Waffe entgegen zu stellen“.

Diese Erkenntnis auf Seite 167 wird auf 168 noch getoppt:

„Die Klinge ist vernickelt und poliert. Die gesamte Ausstattung dieser Waffe [84 cm Gesamtlänge!] sollte sicher auch dem Hotelpersonal die Bedeutung des Besitzers vor Augen führen“.

Es soll auf die unfreiwillige Komik hier nicht weiter eingegangen werden.

Aber 1889 stand weder der furchteinflößende Räuber vor der Postkutsche noch neben dem Zug. Ebenso wenig kontrollierte das Hotelpersonal die Koffer der Gäste. Und dass der „feine Herr von Welt“ auch noch Offizier war, ist sicherlich auch nicht zwingend notwendig. Nun gut, auch dieses Thema musste besetzt werden.

Doch nähern wir uns dem Begriff doch einfach einmal über die Koffer...

Abb.: Angehörige eines Landsturm-Bataillons um 1914. Beachtenswert sind die unterschiedlich langen Infanterie-Offizier-Degen n/M.

Schusswaffen

Peter Meihs:
Der Lefaucheux-Revolver

Der Lefaucheux-Revolver ist eine Faustfeuerwaffe für so genannte Stiftfeuerpatronen, der 1854 vom französischen Büchsenmacher Eugène Lefaucheux entwickelt wurde. Gegenüber den Perkussionsrevolvern bot der Lefaucheux-Revolver als Hinterlader für Metallpatronen einige Vorteile.

Zu einer etatmäßigen Ausrüstung mit diesem Revolvermodell ist es im Militär der Staaten des Deutschen Bundes und auch nach 1867 nicht gekommen. Man beließ es für Unteroffiziere und Mannschaften zunächst bei Pistolen verschiedener Modelle. Obwohl in der preußischen Armee erst seit 1885 den Offizieren eine Faustfeuerwaffe (beliebigen Modells) vorgeschrieben war, so ist durch zeitgenössische Fotos belegt, dass in den Kriegen von 1866 und 1870/71 Offiziere sich mit verschiedenen Faustfeuerwaffenmodellen ausgerüstet haben. Aus diesem Grund werden sich Offiziere auch mit dem Lefaucheux-Revolver bewaffnet haben. Überliefert ist, dass das Offizierkorps des Füsilier-Bataillons Lippe im Juni 1866 insgesamt 25 Lefaucheux-Revolver im Kaliber 12 mm von der Waffenfabrik Gustav Gratz in Solingen erhielten...

Abb.: Revolver der Firma „Höhmann & Böntgen“ mit geöffneter Ladeklappe.



Außerdem dürfen Sie in Ausgabe 469 erwarten:

  • - Beilage (12 Seiten):
      "Datenschutz in der Deutschen Gesellschaft für Heereskunde e.V.", Stand: 25.05.2018
  • - Aus den Sammlungen unserer Mitglieder - 1
  • - Aus den Sammlungen unserer Mitglieder - 2
  • - Aufgelesen - Anzeige aus: "Das Kleine Buch von der Marine", Kiel 1899.
  • - Informationen aus der Gesellschaft und den Arbeitskreisen
  • - Buchbesprechungen / Rezensionen




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