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Die »Zeitschrift für Heereskunde« Ausgabe 454

Oktober/Dezember 2014 - Auszüge 1 -

Das winterliche Titelbild dieses ereignisreichen Jahres zeigt zwei preußische Soldaten im Schafspelz aus dem Feldzug gegen Dänemark vor 150 Jahren.
Für unsere Leser werden sich vielleicht aus diesem Motiv einige Gedanken über die vor uns liegenden Monate (Wetter/Politik) ergeben. Zunächst soll das Bild jedoch an die Aufsätze zum deutsch-dänischen Krieg hinweisen: Neben der ausführlichen Darstellung der Verwundetenpflege von 1864 bringt die Untersuchung zum Mythos um den Tod des Pioniers Klinke eine Zusammen-fassung und eine Wertung der vorliegenden Berichte zu diesem Thema. Sie erweitert so deutlich die bereits in der Zeitschrift für Heereskunde Nr. 340, S. 148–149 gegebenen Informationen.
Mit dem 2. Teil der Beantwortung der Frage nach strukturellen Defiziten der deutschen Armee im Marnefeldzug 1914 gedenken wir auch weiterhin des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren.

Mit diesem Heft wollen wir die herkömmliche Gliederung unserer Zeitschrift um einen zusätzlichen Teil erweitern. Uns ist aufgefallen, dass auch andere Zeitschriften interessante Aufsätze für unsere Leser veröffentlichen. Deshalb beginnen wir zunächst versuchsweise in diesem Heft mit dem Blick in andere Zeitschriften. Wir freuen uns über Meinungsäußerungen zu dieser Absicht und auf Hinweise, die in die nächsten Hefte aufgenommen werden sollen. Allerdings werden wir wie bisher keine Aufsätze abdrucken, die bereits in anderen Medien erschienen sind.

Ulrich Herr und Werner Trolp

 


Gerd Stolz:
Die freiwillige Kranken- und Verwundetenpflege im dänisch-deutschen Krieg von 1864
Teil 1

Die deutsch- wie fremdsprachige Literatur und Überlieferung zum dänisch-deutschen Krieg von 1864 umfassen im Wesentlichen Werke zur politischen Situation in Europa und im Deutschen Bund im 19. Jahrhundert, kriegsgeschichtliche Darstellungen unterschiedlicher Provenienz und Qualität, die Erinnerungsliteratur von Kriegsteilnehmern, Regimentsgeschichten sowie militärhistorische, teils ausschließlich regionalgeschichtliche Abhandlungen einer großen Themenvielfalt.

Zu der Frage, wie die pflegerische Versorgung der Kranken und Verwundeten der dänischen Armee, des österreichischen (k.k.) und des preußischen Heeres 1864 erfolgte, gibt es nur einige wenige Titel sowie einige Bilder, ansonsten findet man nirgendwo weitere Hinweise – weder in Dänemark noch in Österreich oder in Deutschland.

In diesem Beitrag wird eine nach den noch erhaltenen und zugänglichen Quellen und der erreichbaren Literatur erstellte Übersicht zur freiwilligen Kranken- und Verwundetenpflege im dänisch-deutschen Krieg von 1864 mit ihren Anforderungen und Problemen gegeben.

Abb.:
Die Nacht in Oever-See den 6/2 64.
Zeichnung von Friedrich (genannt Fritz) von Löwenstern, signiert FSL.
[Mit freundlicher Genehmigung der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek, Kiel]

Auf dem Bild ist im Hintergrund auf dem Hügel die St. Georg-Kirche in Oeversee zu erkennen. Im Vordergrund (Mitte) werden Wagen mit Verwundeten beladen, links liegen mehrere Tote zu einem größeren Haufen zusammengetragen.

Friedrich von Löwenstern (1829 Schloss Wandsbek / Schleswig-Holstein – 1910 Oberalm bei Salzburg) trat 1846 beim Dragoner-Regiment Erzherzog Franz-Josef Nr. 3 in Wien in die k.k. Armee ein und nahm am dänisch-deutschen Krieg von 1864 als Major im Stabe von Feldmarschallleutnant von Gablenz teil. Er war der Gründer der "Freiherr von Löwenstern’schen Glas-Mosaik & Marmor-Waaren-Fabrik" mit mehreren Steinbrüchen in Österreich. Mit seinem Unternehmen war er an zahlreichen Bauten in den Ländern der Donaumonarchie, in Bayern und Großbritannien beteiligt.



Rolf Noeske:
Die Erstürmung der Düppeler Schanzen am 18. April 1864
Anmerkungen zum Tode des Pioniers Carl Klinke

Theodor Fontane schließt seinen Bericht über den preußischen Pionier Klinke, der beim Sturm auf die Düppeler Schanzen sein Leben verlor und dessen Tod dann heroisiert wurde, wie folgt:

„Mit der historischen Aufhellung – die ohnehin höchst mißlich ist und oft noch mehr vorbeischießt als die Dichtung – ist dem Bedürfniß des Volkes nicht immer am meisten gedient.“

Was damals wirklich geschehen ist, erfährt man - unter anderem - in diesem Artikel.

 

Abb.:
Lage an den Düppeler Schanzen vor dem Sturm am 18. April 1864.
Die Sturmkolonnen haben in der 3. Parallele ihre Ablaufpunkte bezogen (rot markiert). Für die Sturmkolonne 2 war die mit den roten Pfeilen markierte Angriffsrichtung vorgegeben. Wegen des morastigen und sumpfigen Geländes vor dem Ablaufpunkt (grün markiert) verlief der Sturm nicht wie geplant.