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Die »Zeitschrift für Heereskunde« Ausgabe 450

Oktober/Dezember 2013 - Auszüge 1 -


Bernd Windsheimer:
Sachsens Glanz und Preußens Gloria
Ein preußischer „Trompeterdegen“ in Sachsen und seine neu zu deutende Geschichte

Abb.:
Vergleich zwischen Dresdener und Kulmbacher Degen

Als Gerd Maier 1976 in seiner Publikation „Preußische Blankwaffen“ im Band I einen original existierenden preußischen Kürassier-Trompeterdegen vorstellte, galt dies damals in Blankwaffenkreisen als Sensation. Die an geblich einzigen bis 1945 im Berliner Zeughaus befindlichen Trompeterdegen schienen Kriegsverluste zu sein und waren nur durch alte Glasplattenfotos um 1900 dokumentiert.


In den letzten 35 Jahren hat durch Auflösung der militärisch-politischen Blöcke und intensive Vernetzung von musealen Institutionen und Sammlern sich der Blick geweitet: Mittlerweile sind in der wissenschaftlichen Forschung mehr als ein Dutzend so genannter preußischer Trompeterdegen bekannt, zwei davon in privater Sammlerhand.


Durch diese große Zahl nachweisbarer Degen gewinnt die mehrmals dokumentierte Aussage von Hans Bleckwenn, dem Altmeister der altpreußischen Militärgeschichte, wieder an Bedeutung:

Er behauptete, dass der preußische Trompeterdegen die ursprüngliche Bewaffnung aller zwölf Kürassierregimenter gewesen sei und nach der allgemeinen Einführung des Kürassierdegens M 1732 der alte Degen nur den Trompetern verblieben wäre.


Wenn man von zehn Trompetern pro Regiment ausgeht und in friderizianischer Zeit ohne Garde du Corps zwölf Kürassierregimenter existierten, dann hätten maximal 120 Trompeterdegen in Verwendung sein müssen. Das hieße, dass mehr als zehn Prozent der Bestände bis 2013 die Zeit überstanden hätten – eine völlig unrealistische Einschätzung, wenn man weiß, dass von den ursprünglich mindestens 8.000 Kürassierdegen M 1732, die von 1732 bis ca. 1750 in Truppengebrauch waren, nur etwa 30 Exemplare überdauert haben; d.h. 0,4 Prozent.


Die relativ hohe Zahl von erhaltenen so genannten „Trompeterdegen“ lässt sich nur dann erklären, wenn dieses Kavalleriedegenmodell bei allen Kürassierregimentern von den jeweils 660 Gemeinen geführt worden ist. Ein in der Dresdener Rüstkammer aufbewahrter „Trompeterdegen“ scheint diese These zu erhärten. Ein bisher nicht groß beachtetes Inventarverzeichnis belegt die Geschichte dieser Waffe...

Abb.:
Explizite Erwähnung als preußischer Reiterdegen

Michael Elstermann:
Die Befreiungskriege
Von der Völkerschlacht bis zur Überschreitung des Rheins durch Blücher

Teil 4

Napoleon hatte nach mehreren Niederlagen seine Truppen Ende September bei Leipzig konzentriert. Aber noch vor Beginn der Völkerschlacht gab es eine weitere diplomatische Niederlage für Napoleon.
Der Rheinbund fing an, sich aufzulösen. Die erste Bruchstelle waren die Bayern. Metternich hatte sich schon im März um einen Seitenwechsel Bayerns bemüht. Dem standen aber anfangs die Erfolge Napoleons
im Frühjahrsfeldzug entgegen.

Nun beendeten aber die Niederlagen Napoleons die abwartende Haltung Königs Maximilian I. Joseph von Bayern und im Vertrag von Ried wechselte er am 8. Oktober zur antinapoleonischen Koalition
und trat als erster Staat aus dem Rheinbund aus. Dieser Vertrag,
in welchem Bayern sich verpflichtete 36.000 Soldaten gegen Frankreich zu stellen, wurde zum Vorbild für weitere Rheinbund-Staaten.

Die Franzosen hatten bei Leipzig eine Stärke von 210.000 Soldaten, davon 14.000 Kavalleristen und 690 Kanonen. Die Verbündeten dagegen verfügten anfangs über 205.000 Mann mit 960 Kanonen. Allerdings verstärkten sich die Verbündeten im Laufe der Schlacht bis zum 19. Oktober deutlich auf 365.000 Mann und 1.500 Kanonen durch das weitere Heranführen von Truppen. Napoleon hingegen glaubte aufgrund seiner unvollständigen Informationslage nicht an die Anwesenheit der Böhmischen und der Schlesischen Armee. Er glaubte vielmehr, dass Blücher mit der Schlesischen Armee auf Weißenfels operiere, um sich mit der Böhmischen Armee zu vereinigen...