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Die »Zeitschrift für Heereskunde« Ausgabe 413

Juli/September 2004 - Auszüge 1 -


Klaus-Jürgen Bremm:
Von der Chaussee zur Schiene – Militärstrategie und Eisenbahnen in Preußen von 1833 bis zum Feldzug nach Königgrätz 1866

Abb.: Karte des Preußischen und Süddeutschen Eisenbahnnetzes 1866

Im zweiten Teil befasst sich der Autor mit dem Zeitraum nach 1850, als Preußen auf der Grundlage seiner Erfahrungen aus der Revolutionszeit mit dem zielstrebigen Aufbau eines militärischen Eisenbahnwesens begann. Hier gab der Ausbruch des Krimkrieges im Jahre 1854 die Initialzündung.

So konnte der preußische Generalstab bald danach vier wichtige Eisenbahnstrecken als militärische Operationslinien deklarieren, auf denen die Armee die im Kriegsfall besonders bedrohte Provinzen der Monarchie mit ihren zentralen Korps verstärken konnte.

Ab 1859 begann der preußische Generalstab, seine Aufmarschbewegungen auf der Grundlage von Eisenbahnfahrplänen zu entwerfen. Militärische Operationen konnten nun präziser geplant und erheblich schneller ausgeführt werden. Sämtliche militärischen Abläufe mußten sich nun ihrerseits zunehmend an den technischen Gegebenheiten und den Fahrplänen der Eisenbahnen orientieren.


Gerd Stolz:
Die "Eroberung" der Nordfriesischen Inseln im dänisch-deutschen Krieg von 1864

Abb.: Der stürmische Empfang des k.k. Feldjäger-Bataillons Nr. 9 auf der Insel Föhr
(nach einer Tuschzeichnung von Otto Fikentscher aus dem Jahre 1864)

Ein hervorragendes Beispiel für wenig beachtete Randerscheinungen großer Geschehnisse ist der Kampf um die Nordfriesischen Inseln im Jahre 1864. Der dänisch-deutsche Krieg ließ mit seinen Aufsehen erregenden Ereignissen um den Königshügel, um Oeversee und dann insbesondere Düppel und Alsen kaum Raum für einen solchen abseitigen "Kriegsschauplatz". Der Kampf um die Nordfriesischen Inseln trug zudem ein gleichsam exotisches Bild, als auf alliierter Seite die Hauptlast in diesem Bereich bei den steirischen Truppen der k.k. Armee lag. Ihnen war Natur, Gestalt und Erscheinung des Wattenmeeres etwas absolut Fremdes. Die steirischen Truppen hatten keine Kenntnis von den Naturgewalten der Nordsee, keine Erfahrung mit Ebbe und Flut. Sie waren ortsunkundig und in der Küstenschiffahrt unerfahren.

Dennoch haben die österreichischen Offiziere und Truppen seinerzeit mit Einfühlungsvermögen und Findigkeit in einem ihnen fremden Gebiet mit den Eigentümlichkeiten des Wattenmeeres erfolgreich operiert.